Technische Dokumentation - Der Podcast zu allen Themen der technischen Dokumentation

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im Maschinen- und Anlagenbau

Transkript

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00:00:02: Der gefährlichste Fehler ist nicht der, über den alle lachen.

00:00:06: Nicht der offensichtliche Unsinn.

00:00:09: Nicht das Satz, dass sichtbar falsch ist.

00:00:12: Nicht die KI-Anweisung, die versehentlich auf einer Verpackung landet.

00:00:16: Der gefährlixte Fehler ist der, der gut linkt.

00:00:19: Das Satz – der professionell wirkt.

00:00:22: Die Übersetzung, die sich flüssig liest.

00:00:24: Der Warnhinweis, der sprachlich sauber formuliert wurde und den trotzdem niemand mit dem Original verglichen

00:00:30: hat.".

00:00:31: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts zur Technischen Dokumentation.

00:00:36: Ich bin Florian Schmieder von der GFT Akademie, schön dass Sie wieder dabei sind!

00:00:41: Heute geht es wieder um künstliche Intelligenz und Texterstellung – genauer gesagt um KI-Übersetzungen in der Technischen Dokumentation.

00:00:50: In einer früheren Folge haben wir bereits darüber gesprochen warum ungeprüfte KI Übersetzungs in Betriebsanleitungen problematisch sein können.

00:01:01: stärkeren Fokus auf aktuelle Beispiele und die öffentliche Einschätzung.

00:01:05: Die Quellen zu meinen Beispielen finden Sie in den Links, in den Show Notes Denn KI-Übersetzungen werden immer besser Und genau das ist Teil des Problems.

00:01:18: Früher konnte man schlechte Übersetzung oft sofort erkennen.

00:01:22: Denken sie nur an die Anleitungen von Produkten aus Asien.

00:01:26: Heute lesen sich viele dieser Texte erstaunlich sauber dank KI und grammatikalisch korrekt.

00:01:35: Aber ein Text kann gut klingen, und trotzdem falsch sein!

00:01:39: Und wenn dieser Text eine Wartungsanweisung, einen Warnhinweis oder eine Sicherheitsrelevante Bedieneinformation ist dann reden wir nicht mehr über Sprache allein.

00:01:47: Dann reden wir über Produktsicherheit.

00:01:52: Der aktuelle Aufhänger Wenn die KI Anweisungen auf der Verpackung landet.

00:01:57: Beginnen wir mit einem brandaktuellen Beispiel Aus dem Mai des Jahrtausend sechsten zwanzig das durch die Benedieten ging.

00:02:05: Auf einer Verpackung eines Wafelprodukt, Herr Stillers, landete offenbar nicht nur ein fertiger Marketingtext sondern auch eine KI-Arbeitsanweisung bzw.

00:02:15: deren Metatext also nicht nur... Hier ist unsere schöne Produktgeschichte und auch ein Hinweis in der Art.

00:02:24: hier ist ein kurzer ansprechender Text den Sie verwenden können.

00:02:28: Der Fall wurde online viel geteilt weil er natürlich komisch wirkt.

00:02:32: Ein Hersteller nutzt offenbar KI, kopiert die Ausgabe und niemand merkt vor dem Druck der Verpackung dass die KI ein Wort nicht sauber bereinigt wurde.

00:02:42: Auf den ersten Blick ist das peinlich!

00:02:45: Auf den zweiten Blick ist es ein Warnsignal – denn der eigentliche Fehler ist nicht, dass KI verwendet wurde.

00:02:51: Der eigentliche Fehlern ist eine KI-Ausgabe wurde ungeprüft oder nicht ausreichend geprüft in einen Veröffentlichungsprozess übernommen Und genau das ist der Punkt, der für technische Dokumentation relevant ist.

00:03:05: Bei einer Waffelverpackung ist das vielleicht ein Lacher im Internet?

00:03:09: Bei einer Betriebsanleitung ist es ein Qualitätsproblem – bei einer Wartungsanweisungen kann es ein Sicherheitsproblem sein.

00:03:18: Bei einem Warnhinweis kann es haftungsrelevant werden.

00:03:22: Stellen Sie sich vor so einen KI-Resttext landet nicht auf einer Verpackung sondern in Ihrer Anleitung.

00:03:29: Hier ist eine verbesserte Version des Warn hinweises!

00:03:32: oder bitte prüfen Sie, ob diese Sicherheitsinweisung zur Maschine passt.

00:03:38: Oder ich habe den Text etwas vereinfacht Wenn solche Sätze in einer freigegebenen Anleitung auftauchen ist das nicht nur peinlich Es ist ein Hinweis darauf dass der Freikabeprozess nicht funktioniert.

00:03:52: Und dann stellt sich sofort die nächste Frage Was ist noch nicht geprüft worden?

00:04:00: Die Zahlen Die Warnstufen der Warnhinweise, die Reihenfolge der Handlungsschritte, Begriffe für die Schutzeinrichtungen, Angaben zum sicheren Wiederanlauf oder Hinweise zur Energieesolierung bei Wartblumen an elektrischen Teilen.

00:04:24: Der Verpackungsfehler ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs.

00:04:30: Das eigentliche Thema heißt Wie verhindern wir, dass ungeprüfte KI-Ausgaben in Sicherheitsrelevante Informationen gelangen?

00:04:40: Ein zweites Beispiel.

00:04:42: Aus Zug wird geteilt – wird Zug explodiert!

00:04:47: Ein weiteres Beispiel zeigt sehr eindrücklich das Übersetzungsfehler nicht nur sprachliche Fehler sind Sie können auch Handlungen auslösen.

00:04:56: In Bayern wollte ein Fahrgast laut Medien berichten per Handyübersetzung offenbar fragen wo ein Zug geteiled wird damit er nicht in die falsche Richtung fährt.

00:05:06: Aus wird der Zug an der nächsten Haltestelle geteilt, wurde aber der Zug explodiert.

00:05:15: Eine mitreisende Anamierte dem Bahnhof Notruf.

00:05:20: Der Zug wurde evakuiert, Sprengstoffhunde kamen zum Einsatz, der Fahrgast wurde kurzzeitig festgenommen und Achtzig Reisende mussten den Zug verlassen.

00:05:30: Das ist zwar kein Beispiel aus der technischen Dokumentation Aber es zeigt einen Mechanismus, der für uns in der technischen Dokumentation extrem wichtig ist.

00:05:39: Ein Text bzw.

00:05:40: eine Übersetzung löst ein Verhalten aus.

00:05:44: Bei der Bahn löst eine falsche Übersetzung einen Notruf aus.

00:05:49: In der Medizin kann eine falsch Übersetzung eine falshe Medikamentnainahme auslösen.

00:05:55: In der Maschine im Welt kann eine Falscheübersetzung Eine falsche Wartungshandlung auslösen Und deshalb reicht die Frage nicht aus.

00:06:04: klingt der Satz verständlich.

00:06:07: Der entscheidende Frage lautet stattdessen, führt das Satz zur richtigen Handlung?

00:06:13: Denn technische Dokumentation ist keine Literatur – sie ist auch kein Marketingtext.

00:06:19: Technische Dokumension steuert Verhalten!

00:06:23: Sie sagt Menschen wie sie in die Maschine aufstellen, bedienen, reinigen, warten, reparieren, stillsetzen oder im Störungsfall reagieren sollen.

00:06:32: Wenn diese Handlungsanweisungen falsch übersetzt sind Dann ist nicht nur der Text falsch, dann kann auch die Handlung falsch sein.

00:06:42: Warum technische Dokumentation besonders empfindlich ist?

00:06:47: Warum es das Thema bei Betriebsanleitungen denn so kritisch?

00:06:51: Weil technische Dokumentation mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt – sie informiert, sie warnt, sie grenzt die bestimmungsgemäßige Verwendung ab, sie beschreibt Restrisiken, sie erklärt Schutzmaßnahmen, sie regelt Wartung und Instandhaltung.

00:07:06: Sie unterstützt den sicheren Betrieb.

00:07:09: Und sie ist Teil der Nachweisführung für die Produktsicherheit.

00:07:14: Das bedeutet, in einer Anleitung darf ein sicherheitsrelevender Inhalt nicht ungefähr stimmen.

00:07:19: Er muss belastbar stimmen.

00:07:22: Ein Beispiel Im Original Text steht Verarbeiten an der Maschine.

00:07:27: Hauptschalter ausschalten und gegen wieder einschalten sichern.

00:07:32: Eine KI-Übersetzung macht daraus Schalten Sie die Maschine vor Wartungsarbeiten aus.

00:07:38: Das klingt gut, das klingt verständlich.

00:07:41: Das ist auch nicht völlig falsch aber es ist unverständlich denn gegen wieder Einschalten sichern fehlt und genau dieses fehlende Detail kann im Ernstfall entscheidend sein.

00:07:54: ein anderes Beispiel do not operate without good.

00:08:01: daraus wird bedienen sie die Maschine vorsichtig ohne Schutz.

00:08:04: das wäre nicht nur falsch übersetzt das wäre eine gefährliche Handlungsanweisung.

00:08:11: Und genau hier liegt der Kern dieser Folge.

00:08:13: KI-Übersetzungen sind nicht gefährlich, weil sie immer schlecht sind.

00:08:17: Sie sind gefährlich because sie oft gut wirken obwohl einzelne Inhalte falsch, unvollständig oder verändert sind.

00:08:27: Flüssig ist nicht gleich richtig!

00:08:31: Der BDI also der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer beschreibt in seinem Positionspapier genau dieses Problem.

00:08:39: KI basiert die Übersetzung können auf den ersten Blick sehr überzeugend wirken.

00:08:48: Die Texte sind oft flüssig, idiomatisch und grammatikalisch korrekt.

00:08:53: Gleichzeitig besteht das Risiko dass Inhalte erfunden ausgelassen oder verändert werden.

00:08:58: Ob der Ausgangstext wirklich korrekte und vollständig wiedergegeben wurde lässt sich nur durch einen genauen Vergleich von Ausgangs- und Zieltext feststellen.

00:09:09: Das ist für uns in der technischen Dokumentation der entscheidende Satz Denn wir dürfen KI-Übersetzungen nicht nur danach bewerten, ob sie gut lesbar sind.

00:09:18: Wir müssen prüfen – ist der Inhalt vollständig?

00:09:21: Sind alle Bedingungen enthalten?

00:09:24: Sind Alle Warnungen enthalten?

00:09:26: Sind ALLE Verboote erhalten geblieben?

00:09:29: Sind Zahlen und Einheiten korrekt?

00:09:32: Sind Fachbegriffe konsistent?

00:09:34: Sind Handlungsreihenfolgen

00:09:35: gleichgeblieben?!

00:09:37: Sind Warmstufen unverändert?

00:09:39: Sind Schutzmaßnahmen nicht abgeschwächt?

00:09:42: wurde nichts ergänzt, was technisch gar nicht vorhanden ist.

00:09:47: Ein flüssiger Text kann fachlich falsch sein und das genau macht die KI-Übersetzung in unseren sicherheitsrelevanten Dokumenten so typisch.

00:09:56: Früher hat eine schlechte Übersetzung oft gestolpert.

00:09:58: man hat gemerkt hier stimmt etwas nicht.

00:10:02: heute stolpert der Text nicht mehr.

00:10:04: er läuft aber vielleicht läuft er in die komplett falsche Richtung.

00:10:11: Was sagt der BDI zum Einsatz von KI beim übersetzen?

00:10:18: Schauen wir etwas genauer auf das Positionspapier des BDI.

00:10:21: Der BDI sagt nicht einfach KI darf nicht verwendet werden, das wäre zu einfach!

00:10:26: Der Verband unterscheidet vielmehr nach Risiko, Zweck und Folgen einer Übersetzung.

00:10:31: Es gibt einfache Kommunikationssituationen in denen maschinelle Übersetzungen helfen kann Und es gibt folgende relevante beziehungsweise risikobehaftete Bereiche In denen eine qualitätsgesicherte Übersetzung erforderlich ist.

00:10:44: Dazu zählen zum Beispiel Gesundheit, Arbeitsschutz, Gerichtserfahren oder haftungsrelevante Verträge.

00:10:52: Und genau hier passt auch unsere technische Dokumentation hinein Denn eine Betriebsanleitung ist nicht nur Informationstext.

00:11:02: Sie enthält Arbeitsschutzinformationen sie enthält Sicherheitsendewenden Handlungsanweisungen Sie enthält haftungsrelevante Aussagen Sie kann im Streitfall relevant werden und sie beeinflusst unmittelbar wie Menschen mit einem Produkt umgehen.

00:11:20: Deshalb sollten Unternehmen bei KI-Übersetzung nicht pauschal fragen, ist KI erlaubt sondern?

00:11:26: Für welchen Texttyp wird KI angesetzt?

00:11:28: Welche Folgen hätte ein Übersetzungsfehler?

00:11:31: Wer prüft den Zieltext fachlich?

00:11:34: Wie wird diese Freigabe dokumentiert?

00:11:36: Welcher Inhalte dürfen nicht ungeprüft maschinell übersetzt werden?

00:11:40: Die richtige Frage lautet also nicht KI ja oder nein?

00:11:47: und welcher Prüfprozess passt genau da dazu.

00:11:53: Was sagen öffentliche Stellen dazu?

00:11:56: Auch öffentliche Ställe gehen mit Maschinenlebersetzung vorsichtig um, die europäische Kommission nutzt selbst Maschinelebersetzungen auf ihren Webseiten.

00:12:05: Gleichzeitig weist sie ausdrücklich darauf hin dass Maschinelebersetzung vollautomatisch ohne menschliches Eingreifen erfolgt das Qualität und Genauigkeit je nach Text und sprachbar stark schwanken können keine Garantie für die Richtigkeit übernimmt.

00:12:22: Besonders wichtig, die Kommission warnt ausdrücklich davor E-Translation für die Übersetzung von EU Rechtsvorschriften zu verwenden.

00:12:32: Das ist eine harte Aussage.

00:12:34: Wenn selbst der Europäische Kommission bei ihrer eigenen maschinellen Übersetzungen sagt Achtung!

00:12:39: Keine garantife Richtigkeit Dann sollten Unternehmen sehr vorsichtig sein wenn sie sicherheitsrelevante Anleitungen ungeprüft maschinell übersetzen Denn eine Betriebsanleitung ist kein beliebiger Informationssext.

00:12:52: Sie ist die Grundlage für sicheres Handeln, auch das BSI – also das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – weiß bei generativer KI auf Risiken hin.

00:13:05: In einer Stellungnahme nennen das Bsi unter anderem Risiken wie fehlende Faktizität, fehlender Reproduzierbarkeit, fehlerhafte Reaktionen auf bestimmte Eingaben und mögliche Vertraulichkeitsprobleme.

00:13:18: Besonders wichtig Wenn Sprachmodelle in kritischen Bereichen eingesetzt werden, können diese Risiken signifikante Auswirkungen haben und sollten im Rahmen einer systematischen und anwendungsfallabhängigen Risikoanalyse berücksichtigt werden.

00:13:35: Auch das passt sehr gut zur technischen Dokumentation.

00:13:40: Bei uns geht es schließlich nicht darum ob ein Text hübsch formuliert ist.

00:13:47: Es geht darum ob Ein KI-System in einem Prozess eingesetzt wird der Auswirkung auf Sicherheit Haftung und Konfirmität haben kann.

00:13:55: Oder einfacher gesagt, KI-Übersetzung ist kein reiner Einkaufsvorgang.

00:14:00: KI- Übersetzung sind ein Prozessrisiko und Prozessrisiken müssen beherrscht werden.

00:14:08: Menschliche Aufsicht und Automation bias Ein weiterer Punkt kommt aus dem EU AI Act.

00:14:17: Der EU AI act fordert für Hochrisikokaisysteme menschliche Auf Sicht.

00:14:23: Menschen müssen in der Lage sein Kaisestimme zu überwachen Ergebnisse zu interpretieren und bei Bedarf einzugreifen oder Ausgaben übersteuern.

00:14:32: Außerdem geht es darum, eine übermäßige Abhängigkeit von KI-Ausgaben zu vermeiden – also das was häufig als Automation BIOS bezeichnet wird.

00:14:43: Ganz wichtig!

00:14:44: Eine ÜbersetzungsKI für Betriebsanleitungen ist nicht automatisch ein Hochrisiko-KI-System im Sinne des AI Acts aber das Prinzip dahinter ist trotzdem sehr wertvoll Denn Automation Bias sehen wir in der Praxis ständig.

00:15:00: Ein Text kommt aus einem professionellen System, er ist sauberformiert, tiert und klingt gut – er wirkt plausibel also droppt man ihm.

00:15:10: Genau das ist gefährlich!

00:15:11: Menschen neigen dazu maschinell erzeugte Ergebnisse zu vertrauen vor allem wenn sie gut präsentiert werden.

00:15:18: Für KI-Übersetzungen heißt es, je besser der Text klingt desto eher wird er akzeptiert.

00:15:25: Aber in der technischen Dokumentation dürfen wir uns nicht von Sprachqualität blenden lassen.

00:15:29: Wir brauchen fachliche Prüfung, nicht nur Sprachgefühl.

00:15:35: Aktuelle Entwicklung warum das Thema jetzt immer größer wird.

00:15:39: Warum sprechen wir gerade jetzt darüber?

00:15:42: Bei mehrere Entwicklungen zusammenkommen.

00:15:47: Erstens Unternehmen setzen KI immer häufiger ein Auch in Redaktionsübersetzungs- und Serviceprozessen.

00:15:54: Zweitens Produkte werden internationaler.

00:15:58: Betriebsanleitungen, Softwareoberflächen und Serviceinformationen müssen immer mehr in verschiedenen Sprachen bereitgestellt werden.

00:16:06: Drittens der Zeitdruck steigt.

00:16:09: Übersetzungen werden oft erst kurz vor Auslieferung fertig.

00:16:14: Viertens die Dokumentation wird digitaler.

00:16:17: Die neue EU-Maschinenverordnung Verweist darauf, dass bis zum neunzehnten Januar die Maschinenrichtlinie gilt und ab dem zwanzigsten die Maschineverordnung anzurenden ist.

00:16:39: Und fünftens KI-Tools machen es immer einfacher große Textmengen schneller zu übersetzen.

00:16:46: Das klingt erst einmal gut Aber Geschwindigkeit ersetzt keine Verantwortung.

00:16:51: Wenn der Kommandation schneller erstellt wird darf die Prüfung nicht verschwenden.

00:16:56: Sie muss besser organisiert werden Denn je schneller Inhalte erzeugt werden können desto wichtiger wird die Frage, was davon ist entwurf?

00:17:05: Was davon ist geprüft.

00:17:08: Was davon is freigegeben und was davon darf wirklich an den Kunden gehen?

00:17:16: Blick in die Medizin – gute Quote reicht nicht immer.

00:17:20: Ein Blick in dem medizinischen Bereich zeigt warum selbst gut Übersetzungsleistungen nicht automatisch ausreichen.

00:17:28: Eine Studie des BMJ Quality & Safety untersuchte und googelt uns late bei der Übersetzung Patienten spezifischer Entlassanweisungen aus der Notaufnahme.

00:17:42: Untersucht wurde die Übersetzung aus dem Englischen in die Sprachen spanisch, chinesisch und rossisch.

00:17:49: Die Studie betrachtete dabei nicht nur allgemeine sprachliche Qualität sondern auch mögliche Schäden durch ungenaue Übersetzungen.

00:17:58: Dabei ging es nicht nur um allgemein Standardtexten sondern um frei formulierte konkrete Anweisungen von Ärztinnen und Ärzten an Patienten.

00:18:09: Das Ergebnis?

00:18:10: Die Satz-Ebene war teilweise sehr gut, wir sprechen von Genauigkeiten bei Spanisch und Chinesisch von mindestens neunzig Prozent – meist sogar von siebenundneinzig Prozent oder mehr!

00:18:21: Nur der Sprachpaar englisch russisch war mit Achtzig bis Neunzig prozent etwas schlechter.

00:18:29: Klingt das für Sie gut und ausreichend?

00:18:33: Erstmal klingt es beruhigend,

00:18:34: oder?!

00:18:35: Das Problem?

00:18:36: Wir reden hier von der Satz-Ebene.

00:18:40: Der Arzt hat nicht alles in einem Satz formuliert, sondern komplette Anweisungen über mehrere Sätze hinweg – die Sätze hängen also inhaltlich zusammen!

00:18:51: Das Ergebnis wird bei den kompletten Anweisung daher deutlich schlechter.

00:18:56: Hier hatten wir je nach Sprache eine Chance von sechze bis sechsundfünfzig Prozent das mindestens eine Ungenauigkeit oder ein Fehler in der Übersetzung enthalten war….

00:19:07: Und von diesen Fehlern hätten etwa sechs Prozent zu Schäden beim Patienten führen können.

00:19:15: Ich mache das einmal etwas greifbarer!

00:19:17: Wenn wir von hundert KI übersetzt in Entlassanweisungen ausgehen, dann könnten laut dieser Studie bis zu sechs dieser Anweisungspakete mindestens einen Fehler enthalten der potenziell gesundheitlich schädlich ist.

00:19:31: Das bedeutet nicht dass sechs Menschen tatsächlich geschädigt wurden aber es bedeutet Bis zu sechs Personen könnten auf Grundlage einer federhaften Übersetzung eine medizinisch relevante Information falsch verstehen oder falsch umsetzen.

00:19:47: Das sind sechs potenzielle Produkthaftungslagen von hundert.

00:19:53: Der medizinische Bereich ist natürlich riskanter als die Welt des Maschinenbaus, aber die Parallele ist klar – wenn eine Anweisung falsche übersetzt wird kann daraus eine falsche Handlung werden.

00:20:06: In der Medizin können das eine falschen Einnahme eines Medikaments sein In der Dokumentation kann es ein falscher Wartungsschritt sein.

00:20:19: Und deshalb ist der Satz die Übersetzung sind zu ninety-fünf Prozent richtig und korrekt, in sicherheitsrelevanten Kontexten nur begrenzt beruhigend.

00:20:52: Wenn die falschen fünf Prozent im Wartungskapitel stehen haben wir ein Problem.

00:21:00: KI isst kein verantwortlicher Übersetzer.

00:21:05: Das ist vielleicht der wichtigste Satz dieser Folge.

00:21:09: KI IST KEIN verantwortliche Übersetzer.

00:21:12: KI ist ein Werkzeug Ein leistungsfähiges Werkzeug Ein hilfreiches Werkzeug, ein Werkzeug das Zeitsparen kann und ein Werkzeuge das gute Entwürfe liefern kann.

00:21:28: Aber eben nur ein Werk- zeug!

00:21:31: Einen Schraubenschüssel unterschreibt keine Konformitätserklärung.

00:21:35: Ein CAD System verantwortet keine Konstruktionen.

00:21:38: Eine Übersetzungstool verantwortet keine Betriebsanleitung Und eine KI übernimmt keine Haftung.

00:21:46: Verantwortlich bleibt das Unternehmen dass die Dokumentation veröffentlicht und das Produkt in Verkehr bringt.

00:21:52: Oder anders gesagt, die KI schreibt vielleicht den Satz.

00:21:56: Aber das Unternehmen steht dafür gerade.

00:22:00: Zusammenfassung – was bleibt hängen?

00:22:03: Fassen wir die wichtigsten Punkte dieser Folge zusammen!

00:22:06: Erstens Der Waffefall zeigt nicht dass KI grundsätzlich schlecht ist.

00:22:11: Er zeigt, dass ungeprüfte KI-Ausgaben im Veröffentlichungsprozess angekommen sind und potenziell auch gefährlich sein können.

00:22:21: Zweitens Der Zugfall zeigt, dass Übersetzungen Handlungen auslösen können.

00:22:26: Eine falsche Übersetzung kann einen kompletten Einsatzprozess in Gang setzen.

00:22:32: Drittens – der BDI weist zurecht daraufhin, dass KI-Übersetzung flüssig und korrekt wirkend sein können, obwohl Inhalte ausgelassen, verändert oder ergänzt wurden.

00:22:44: Viertens – die EU-Kommission wandt bei Maschinelleübersetzung selbst verschwankender Qualität und übernimmt für ihre eigene Übersetzung keine Garantie für Richtigkeit.

00:22:58: Fünftens, dass BSI empfiehlt bei Sprachmodellen in kritischen Bereichen eine systematische und Anwendungsfall abhängige Risikoanalyse.

00:23:10: Abschluss – der gefährlichste Fehler klingt richtig!

00:23:15: Der gefährlichsten KI-Übersetzungsfehler ist nicht der lustigste Fehler.

00:23:20: Nicht der Satz, bei dem noch hier ist Ihr Vorschlag auf einer Verpackung steht.

00:23:24: Nicht der offensichtliche Unsinn, nicht die Übersetzung über die alle lachen.

00:23:30: Der gefährlichste Fehler ist der – der Glut gut klingt!

00:23:33: Das Satz, das professionell wirkt, der Warnhinweis, dass sauber formuliert ist.

00:23:37: Die Wartungsanweisung, die plausibel erscheint.

00:23:40: Die Übersetzungen, die niemand mehr mit dem Original vergleicht.

00:23:45: Genau deshalb brauchen wir bei KI-Übersetzlingen in der technischen Dokumentation einen klaren Prozess und auf diesen gehen wir in der nächsten Folge ein.

00:23:53: Behalten Sie für heute nur im Kopf Ein gut klingender Text ist noch lange kein sicherer Text.

00:24:00: Das war's für heute!

00:24:01: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie unseren Podcast, teilen Sie ihn mit Kolleginnen und Kollegen oder schauen sie in die Show-Notes für weitere Informationen und Quellenangaben.

00:24:11: Wenn Sie selbst vor der Hausforderung stehen KI sinnvoll sind uns sicher in Ihre Prozesse einzubinden sprechen Sie uns gerne an.

00:24:18: Ich bedanke mich fürs Zugehren bis zum nächsten Mal.

00:24:20: und denken Sie daran Dokumentation wirkt früher oder später.

Über diesen Podcast

Hier werden mehrere Podcasts zum Themengebiet "Technische Dokumentation" veröffentlicht. Schwerpunkt liegt hierbei im Maschinen- und Anlagenbau. Jedoch können die Themen auch auf andere Branchen angewendet werden.

Neben Themen wie "Risikobeurteilung und Gefahrenanalyse" oder "Betriebsanleitung erstellen" werden auch weitere Themengebiete wie die Erstellung von Sicherheits- und Warnhinweisen ebenfalls behandelt.

Die Folgen der Reihe "Betriebsanleitung erstellen" sind mit einem "BA" vor der Episodennummer gekennzeichnet.
Die Folgen der Reihe "Risikobeurteilung" sind mit dem Kürzel "RB" vor der Episodennummer gekennzeichnet.

Der Podcast soll eine Plattform für den Austausch von Informationen und Fragen sein, sowie dem Zuhörer das Themengebiet "Technische Dokumentation" näherbringen. So werden beispielsweise Fragen und Hintergründe zum Thema geklärt und Hilfestellungen für die "Erstellung der Betriebs- und Gebrauchsanleitungen" oder "Risikobeurteilungen" gegeben.

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